INTERVIEW MIT NICO
Vorschau auf die letzten Tests in Barcelona
Hallo Nico. Wie zufrieden bist Du mit den bisherigen Tests in Le Castellet und Silverstone? Ich denke wir können wirklich zufrieden sein. Wir konnten bei den Tests relativ viel ausprobieren - auch wenn nicht immer alles gut war. Aber genau das ist ja auch der Sinn vom Testen. Wir müssen Dinge ausprobieren, wo wir vorher nicht sicher sagen können, ob uns diese weiterbringen oder eben nicht. Auf dem trockenen sind wir immer unter den ersten dabei gewesen - sowohl in Le Castellet, wie auch in Silverstone. Im Regen hatten wir zwischenzeitlich etwas Mühe, aber auch hier konnten wir uns stetig verbessern, um dann am letzten Regentag in Silverstone gute Rundenzeiten zu fahren.
Ihr wart die letzten Tage damit beschäftigt die Tests in Silverstone zu analysieren. Gibt es Erkenntnisse, mit denen ihr so nicht gerechnet habt? Nein, eigentlich nicht wirklich. Bei allen Dingen, bei denen wir schon im Vorfeld vermutet hatten, dass sie gut funktionieren war es dann auch so. Und die Dinge, die wie vorher schon leicht angezweifelt hatten, liefen dann auch tatsächlich nicht so gut. Daher gab es hier keine großen Überraschungen für uns. Wir waren wie gesagt relativ zufrieden.
Gibt es eine bestimmte Zielsetzung für die letzten Tests in Barcelona? Wir werden hier sicher versuchen, schon am Renn-Setup zu arbeiten und einige Longruns fahren, um ein finales Gefühl zu bekommen, ob wir für die Renndistanz gut aufgestellt sind. Bisher hatten wir hierzu aus Wettergründen wenig Möglichkeiten. Wir erwarten, dass es in Barcelona schön sein wird und die Strecke trocken bleibt. Wir werden dann wieder die weiche Reifenmischung fahren, die wir auch schon in Le Castellet gefahren sind, obwohl in Istanbul mit der mittleren Mischung gefahren wird.
Das heisst, es steht schon jetzt fest, dass beim Saisonstart in Istanbul die mittlere Reifenmischung gefahren wird? Ja genau, das steht schon fest. Wir werden auch vor dem Rennen in Istanbul keine Möglichkeit mehr haben, diese Reifenmischung zu testen. Wir werden hier mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Die Reifenmischung wird unbekannt für uns sein - aber das geht allen Teams so. Von daher kann man nicht von Vor- oder Nachteilen sprechen. Das wird sicher spannend.
Bist Du mit Deinem Auto im Allgemeinen bis jetzt zufrieden? Ja, auf jeden Fall. Wir haben ein sehr gutes Basic-Setup gefunden und haben daher keine großen Anpassungsschwierigkeiten mit den verschiedenen Reifenmischungen. Ob in Le Castellet die weiche Mischung oder in Silverstone die harte Mischung - wir kamen jeweils sehr schnell damit zurecht, ohne große Änderungen am Auto vornehmen zu müssen. Und genau das ist ja das Wichtige, denn bei einem Rennwochenende mit zwei freien Trainings hat man nicht die Möglichkeit viel Zeit zu investieren, um das Auto großartig zu verändern.
Kurze Frage zum Fahrerfeld. Sind bisher wie erwartet die üblichen Verdächtigen stark oder gibts die ein oder andere Überraschung? Ja, ich denke, es ist schon so, dass die sechs bis sieben Fahrer, mit denen für den Gesamtsieg zu rechnen ist, stark waren. Hier zähle ich mich sicherlich auch dazu. Aber es gab schon auch die ein oder andere Überraschung bei den Tests, aber das ist jedes Jahr so. Entscheidend wird wie immer sein, wer auch bei den Rennen konstant fahren wird und mit dem Druck umgehen kann.
Letzte Frage. Spürst Du schon jetzt eine gewisse Anspannung vor dem Saisonstart in vier Wochen in Istanbul? Nein, bisher nicht. Noch haben wir die Tests in Barcelona vor uns. Die Anspannung wird wohl danach kommen, wenn man merkt, dass man am Auto nichts mehr großartig verändern kann bzw. die Veränderungen testen kann. Aber die Vorfreude überwiegt ganz klar!
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